“Heute”-Interview: “Clinton wird nominiert” – oder auch nicht?
In Antwort auf den Artikel “Clinton wird nominiert”, Interview mit dem Polit-Experten Erich Gysling.
International Harald Tribute: Neither Clinton nor Obama claim clear lead (http://www.iht.com/articles/2008/02/06/america/06delect.php)
CNN: Super Tuesday crowns no nominees (http://www.cnn.com/2008/POLITICS/02/06/super.main/index.html#cnnSTCText)
MSNBC: McCain in Command; Clinton , Obama battle on (http://www.msnbc.msn.com/id/23006750/)
Anders als die Schweizer Presse – oder zumindest “Heute” – scheint sich die US-amerikanische Presse überhaupt nicht sicher zu sein, wer denn jetzt genau den Super-Tuesday für sich proklamieren konnte. Clinton hat zwar, unbestritten, in den stimmreichen Staaten wie Kalifornien und New York den Grossteil der Stimmen für sich gewinnen können, doch Obama im Gegenzug hat viele kleinere Staaten an seiner Seite. Und auch die Zahlen der Delegierten spricht keine deutliche Sprache; nach wie vor ist die Differenz zwischen den beiden Kontrahenten etwa gleich gross, den neusten Zahlen zufolge konnte Obama sogar Boden gut machen und den Unterschied verkleinern.
Mich würde daher interessieren, woher sie Ihre Daten beziehen, denn “klare Verhältnisse”, wie Sie sich in dem heutigen Interview in “Heute” haben verlauten lassen, herrschen anscheinend doch nicht.
Obama wurde schon oftmals abgeschrieben. Doch allen Unkenrufen zum Trotze hat er nicht nur bis zum “Super Tuesday” durchgehalten, sondern auch Clintons Patina der einzigen wahren Kandidatin der Demokraten regelrecht zerschmettert.
Der heutige Super-Tuesday hat keine Entscheidung gebracht. Im Gegenteil; das Rennen scheint heute noch ungewisser und offener zu sein als noch vor einer Woche. Die Behauptung, Clinton würde “mit 99-prozentiger Sicherheit” für die Präsidentschaftswahl nominiert werden, scheint mir doch ein wenig verfrüht; die Vorwahl bleibt spannend.
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