Archive for the ‘Politics’ Category

The wind of change?

Lessing ist einfach unglaublich.

Als Lessing bekannt gab, dass er sein bisheriges Streben, die fundamentale Neuinterpretation des Urheberrechtes, aufgeben werde, da er sich zu Grösserem berufen fühle, war ich ein wenig skeptisch. Lessing sagte, er habe erkannt, dass das Urheberrecht zwar ein zwichtiges Thema unserer Zeit sei, dass es aber Probleme gebe, die behoben werden müssen, damit es überhaupt erst Wandel geben kann. Was Lessing damit genau meinte, war mir nicht wirklich klar. Um so erstaunter bin ich nun, da ich weiss, was in den vergangenen Monaten in seinem Kopf vorgegangen ist.

Lessing plant nichts anderes als die fundamentale Neuerfindung der amerikanischen Demokratie. Zum ersten Mal in der amerikanischen Geschichte soll die Politik vom Einfluss des Geldes abgeschottet werden. Der “Sanfte Korruption”, die in den Vereinigten Staaten von Amerika so zum alltäglichen Geschäft gehört, soll mit Hilfe von Moral und Ethos Einhalt geboten werden. Lessing präsentiert eine “Change Congress”-Kampagne, in der sich, die teilnehmenden Kongressleute sich unter Anderem dazu verpflichten, kein Geld von Lobbys anzunehmen.

Wenn man daran denkt, dass einer der verprechensten Präsidentschaftskandidaten, Barack Obama, den Einfluss von Lobbys ebenfalls negativ einschätzt, so ergibt sich daraus eine Interessante Aufstellung; sowohl im  Kongress, wie auch im “Oval Office” könnten innerhalb von sechs bis acht Jahren Leute sitzen, die sich aus moralischen Überlegungen  gegen den Einfluss von Wirtschaftsverbänden in der Politik vorgehen.

Wäre es möglich? Wenn ja, so könnte dies Amerika tatsächlich in ein neues Zeitalter bringen. Undwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Ob das auch in Europa geht?

“Heute”-Interview: “Clinton wird nominiert” – oder auch nicht?

In Antwort auf den Artikel “Clinton wird nominiert”, Interview mit dem Polit-Experten Erich Gysling.

International Harald Tribute: Neither Clinton nor Obama claim clear lead (http://www.iht.com/articles/2008/02/06/america/06delect.php)
CNN: Super Tuesday crowns no nominees (http://www.cnn.com/2008/POLITICS/02/06/super.main/index.html#cnnSTCText)
MSNBC: McCain in Command; Clinton , Obama battle on (http://www.msnbc.msn.com/id/23006750/)

Anders als die Schweizer Presse – oder zumindest “Heute” – scheint sich die US-amerikanische Presse überhaupt nicht sicher zu sein, wer denn jetzt genau den Super-Tuesday für sich proklamieren konnte. Clinton hat zwar, unbestritten, in den stimmreichen Staaten wie Kalifornien und New York den Grossteil der Stimmen für sich gewinnen können, doch Obama im Gegenzug hat viele kleinere Staaten an seiner Seite. Und auch die Zahlen der Delegierten spricht keine deutliche Sprache; nach wie vor ist die Differenz zwischen den beiden Kontrahenten etwa gleich gross, den neusten Zahlen zufolge konnte Obama sogar Boden gut machen und den Unterschied verkleinern.

Mich würde daher interessieren, woher sie Ihre Daten beziehen, denn “klare Verhältnisse”, wie Sie sich in dem heutigen Interview in “Heute” haben verlauten lassen, herrschen anscheinend doch nicht.

Obama wurde schon oftmals abgeschrieben. Doch allen Unkenrufen zum Trotze hat er nicht nur bis zum “Super Tuesday” durchgehalten, sondern auch Clintons Patina der einzigen wahren Kandidatin der Demokraten regelrecht zerschmettert.

Der heutige Super-Tuesday hat keine Entscheidung gebracht. Im Gegenteil; das Rennen scheint heute noch ungewisser und offener zu sein als noch vor einer Woche. Die Behauptung, Clinton würde “mit 99-prozentiger Sicherheit” für die Präsidentschaftswahl nominiert werden, scheint mir doch ein wenig verfrüht; die Vorwahl bleibt spannend.

An der Wasserscheide?

Nur noch wenige Stunden bis der 2008 Cacaus in Iowa, USA startet. Ist dies einer dieser Momente, an die man zurückdenken kann und sich sagt; “Ich war dabei, ich habe zugesehen, zugeschaut. Ich bin dabei gestanden und habe gewusst, was dieser Moment alles verändern kann”?

Ich hoffe es. Und bange es zugleich. Denn dieser eine Moment könnte es sein, der die Balance wieder herstellt. Und vielleicht sogar mehr; der die Balance zugunsten der Mehrheit verändert.

Amerika, so wir es heute kennen, ist auf dem Weg in den Kollaps. Amerika rühmt sich, die mächtigste Industrienation zu sein. Speerführend in Technologie, Infrastruktur und Gesundheit. Doch nichts von all dem ist mehr wahr. Amerika ist am zerbrechen.

Doch das einzige, in was Amerika heute noch an der Spitze steht, ist seine Militärmacht. Amerika ist wie ein verwundeter Gigant, über alle Ohren verschuldet, die ist Bevölkerung verarmt. Die Politik in den Händen von korrupten Politikern, die für ihre eigene Profite die Sicherheit der gesamten Menschheit, der gesamten Erde auf’s Spiel setzen. Und während diese skrupellosen Finanzies und Entrepeneurs mit der Welt Monopoly spielten, hungert die Bevölkerung Amerikas, in einer Ungleichheit, wie es sie in keiner anderen Nation der westlichen Welt gibt. Kriminalität, soziale Strukturen, Alters-, und Gesundheitsvorsorge; in all diesen Punkten gleichen die USA eher einem Entwicklungsland als einem entwickelten Land.

Sicher; in den Statistiken der UN und vergleichbaren Nationen sind die USA nicht selten in in sehr guten Positionen zu finden und können mit beachtlichen Resultaten glänzen. Doch dabei geht vergessen, dass es sich dabei um die Leistungsspitzen handelt, nicht um die Durchschnittsleistung. Bei den meisten amerikanischen Spitzenuniversitäten, zum Beispiel, handelt es sich um private Institute, die alleine durch die finanziellen Belastungen nur den Besserverdienenden offen steht. Und auch wenn das us-amerikanische Gesundheitssystem beinahe so gut ist wie das kubanische, so werden Patienten ohne Krankenversicherung auch schon mal wortwörtlich vor die Türe gestellt.

Die Schere zwischen Arm und Reich ist so auf der ganzen Erde so weit geöffnet wie noch nie zuvor. Und in Amerika ist dies schlimmer als irgendwo. Die Reichsten der Reichen sowie die Ärmsten der Armen, im selben Land. Die USA müssen sich ändern. Und zwar schnell.

Sollte sich nichts ändern, dann wird dieses Land der unbegrenzten Möglichkeiten schon bald im Bürgerkrieg versinken. Was danach kommt, ist ungewiss.

Doch heute Abend in Iowa wird Amerika eine Möglichkeit geboten, dieser Schreckensvision zu entfliehen. Denn nur jemand der es schafft, Amerika fundamental zu erneuern kann das Steuer jetzt noch herumreissen. Jemand ausserhalb des politischen Establishments. Jemand der die Arme USA kennt, jemand der Elend kennt. Jemand, der ehrlich mit den Menschen ist.

Und dieser jemand ist Barak Obama.

Barak Obama traue ich es zu, die Wunden dieser ach so Unvereinigten  Staaten zu heilen und es ihr zu ermöglichen, sich selbst neu zu erfinden. Amerika muss endlich seine sozialistische Seite erkennen und eine Grundlage für einen sozialdemokratischen Staat schaffen.

Heute Abend werden die Wähler von Iowa die Vorwahlen eröffnen. Und ich wünsche den Amerikanern zu ihrem eigenen Wohl, dass sie sich für Barak Obama entscheiden.

Bhutto tot – Musharaf will gegen Terroristen vorgehen?

Bhutto ist tot, getötet im Anschluss an eine Wahrveranstaltung. Der Attentäter sprengte sich daraufhin in die Luft und tötete dabei weitere Menschen mit in den Tod. Insgesammt wurden wohl 20 bis 22 Menschen getötet.

Für einmal verurteilen sowohl die Vereinigten Staaten wie auch Russland die Tat. Die pakistanische Demokratiebewegung gerät ins Stocken. Und Musharraf? Er lacht sich ins Fäustchen. Natürlich verurteilt auch er die Tat. Und im Tenor des “Kampfs gegen den Terror” wird er wohl schon bald erste Gesetzesänderungen und neue Gesetze verkünden, mit dem alleinigen Ziel, sich selbst mehr Macht zu verschaffen. Ob Musharraf selbst den Mord in Auftrag gegeben hat? Wer weiss, vielleicht wird die Zukunft darauf Antwort gegen. Die Frage, ob sich die Drahtzieher vielleicht nicht selbst ins Fleisch geschnitten haben, als sie Bhutto zu einer Märtyrerin gemacht haben, bleibt ebenfalls vorerst noch offen.

Blocher aus dem Schweizer Bundesrat abgewählt.

Die Bundesratswahlen entwickeln sich zu einem regelrechten Wahlkrimi. Nachdem die SVP-Regierungsrätin Evelin Widmer-Schlumpf im zweiten Wahldurchgang anstelle des Wunschkandidaten der SVP, Christoph Blocher, gewählt wurde, beantragte die SVP eine Gedenkpause für das weitere Vorgehen. Der Ständerat lehnte dies jedoch beinahe mit einer 2:3 Mehrheit ab. Zur Zeit ist noch offen, ob sich die Wahl so erledigt hat; inoffiziellen Berichten gemäss will Widmer-Schlumpf die Wahl nicht annehmen.

Das Ende der globalen Medienkonzerne?

Es ist schon erstaunlich, wie verzweifelt die grossen Medienkonzerne (und nicht nur sie) versuchen, der Globalisierung entgegen zu wirken, indem sie künstliche Absatzmärkte schaffen; Die Regional-Codes bei DVDs, HDDVDs und BDs, die künslichen Beschränkungen bei Webstores und ähnlichem; Globalisierung ist anscheinend nur dort erwünscht, wo es zum Vorteil der Industrie gereicht. Sprich; Arbeitskräfte und Materialbeschaffung.
Beim Verkauf soll jedoch wieder der von Gott gegebene und für gut befundene Regionalismus herrschen, schliesslich könnten Kunden ja noch auf den Gedanken kommen, die internationalen Preisgefälle für sich auszunutzen – was für ein erstaunlich lächerlicher Gedanke! Zum Glück kann man daher in vielen Ländern Parallel-Importe verbieten und über die Mechanismen des geistigen Eigentumes internationale Verkäufe beschneiden. Globalisierung soll schliesslich nur denjenigen zugute kommen, welche die Mechanismen des Marktes für sich ausnutzen können. Und notfalls wird mit neuen Gesetzen schlicht und einfach neue Tatsachen geschaffen, die Lobby wird es schon richten.

Dass Disney und Konsorten bisher noch nicht aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben ist mir unbegreiflich. Erst verschlafen die Medienkonzerne die Entwicklung nicht nur einmal, sondern dreimal (MP3, Napster, ITunes Store), dannach verschrecken sie ihre eigenen Kunden mit sadomasochistischen Kopierschutz-Massnahmen, Gerichtsprozessen und verschärften Urheberrechtsgesetzen und zu guter Letzt wenden sie sich gegen jene, die ein valides Modell zum lizenzierten Vertrieb von Multimedia-Inhalten über das Internet entwickeln und damit sogar äusserst erfolgreich sind (Apple mit dem ITunes Store).

Die schier unglaubliche Lern-Unwilligkeit dieser Giganten lässt nur den Schluss zu, dass die Medien-Giganten keine Chance sehen, ausserhalb ihres traditionellen Geschäftsmodelles zu überleben. Genau aus diesem Grund klammern sie sich so an das bestehende System; es ist die einzige Möglichkeit, zu überleben.

Die Grundtendenz von Informationen, sich so weit wie möglich zu Verbreiten (siehe; Meme) macht den Medenkonzernen jedoch einen Strich durch die Rechnung. Das Internet als Informationsquelle durchbricht sämtliche nationalen und regionalen Grenzen. Künstliche Absatzmärkte lassen sich nicht mehr aufrecht erhalten, denn sind die gewünschten Inhalte für einen Endkunden nicht auf legalem Wege erreichbar, so wird er schlicht und einfach auf illegale Wege ausweichen. Dass diese illegalen Wege zumeist auch noch einiges benutzerfreundlicher oder mit weniger Umständen verbunden sind, wirkt diesem Verhalten nur noch entgegen.

Ein Beispiel für eine solche gescheiterte Vertriebspolitk ist die (noch immer vorhandene) zeitliche Diskrepanz zwischen europäischen und us-amerikanischen Veröffentlichungsdaten. Meist eilt der us-amerikanische Kinostart dem eurpäischen Kinostart des selben Filmes mehrere Wochen voraus. Zur Zeit des europäischen Kinostartes sind auf dem us-amerikanischen Markt bereits die DVDs verfügbar. Und mit diesen auch hoch-auflösende Raubkopien. Für viele potentielle Kinobesucher stellt sich nun die Frage; warum ins Kino gehen, wenn sich das neuste multimediale Spektakel gerade so gut und mit weniger Aufwand verbunden auf der heimischen Kino-Leinwand geniessen lässt?

Fazit; für die Medienkonzerne sind die fetten Jahre wohl vorbei. Das bisherige tragende Geschäftsmodell (Verkauf von überteuerten CD-Singels) wird sich nicht weiter tragen lassen. Stattdessen werden sie neue Geschäftsmodelle entwickeln und pflegen müssen. Als Beispiel mag hier Apple diesen. Der Nachteil den die Medienkonzerne jedoch bei Apples ITunes-Store haben, ist die enge Bindung von ITunes-Store an den Apple IPod; nur mit einem IPod lassen sich die DRM geschützen Apple-Audiodateien abspielen. Und wie unbequem die Marktdominaz von Apple den Musik-Giganten werden kann, hat die Vergangenheit bereits gezeigt.

Der einzige sich bietetende Ausweg aus dieser Situation ist die Schöpfung eines offenen Systemes. Angefangen vom Kompressions-Format bis zur Hardware müssen alle Schnittstellen offen sein. Nur so können die Mediengesellschaften eine möglichst grosse Verbreitung ihrer Mediendaten erreichen. Und genau das muss auch ihr Ziel sein, denn es ist die Tendenz des Systemes an sich.